Discographie Ernst Ludwig Petrowsky


Petrowsky lernte als kind im Norden der ehemaligen DDR Geige. Er wechselte später zu Holzblasinstrumenten und spielte Tanz- und Theatermusik, bevor er in den 50er Jahren - nachdem die staatlich verordeneten Sanktionen gegen den Jazz nachgelassen hatten - der Gruppe des Pianisten Erberhard Wiese anschloss.
Neun Jahre lang spielte er auch in der Bigband des Ostberliner Rundfunks. Unter dem Einfluss von Ornette Coleman, dessen Kompositionen er in einem Buch entdeckte, und des Komponisten George Russell begann er, sich in einer Gruppe mit Manfred Schulze den abenteuerlichen Seiten des Jazz zu widmen.
In den 70ern war er sehr aktiv und spielte in diversen Ensembles Jazz im Stile von Coleman unter Einbeziehung von osteuropäischen Elementen mit dem Hang zur freien Improvisation.
Wie die meisten kreativen Musiker im sozialistischen Osteuropa wurde auch Petrowsky von offizieller Seite dazu aufgefordert, sich nebenher als Studiomusiker zur Verfügung zu stellen. Er machte Aufnahmen für das staatseigene label "Amiga" und war in den 70ern einer der ersten Ostdeutschen, die, enthusiastisch unterstützt von Westberlins Free Music Productions, im Westen auftraten.
Auf FMP veröffentlichte er einige ausgezeichnete platten, darunter SelbDritt (1980), auf der in Triobesetzung unter anderem Colemans "Enfant" interpretiert und "SelbViert", wo im Quartett Colemans "Blues Conotation" ähnliche Behandlung zuteil wurde.
Mitte der 70er gehörte er mit Ulrich gumpert (p.), Günter (Baby9 Sommer (perc.) und Conrad Bauer (tb.) zu Synopsis. Diese Gruppe reformierte sich 1984 unter dem Namen Zentral-Quartett und brachte 1994 das überraschend konservative Album "Plie" (Intakt) heraus.
Er arbeitet weiterhin mit seiner Frau, der Pop- und Jazzsängerin Uschi Brüning zusammen erfahrungen in Bigbands hat er bei der Concert Jazz Band von George Gruntz und seit 1980 beim Globe Unity orchestra gesammelt. 1997 wurde er von der Union deutscher Jazz-Musiker mit dem Deutschen Jazz-Preis ausgezeichnet.